KBA: Lentikular und mehr mit einer UV-Rapida im Mittelformat
Seit über 50 Jahren stellt Weber Druck+Display in Weyhe bei Bremen Werbemittel und POS-Materialien her. Die ursprüngliche Siebdruckerei wurde in den 1970er Jahren um mehrfarbige Offsetmaschinen ergänzt. Mit 55 Mitarbeitern gehört Weber Druck in der Branche schon zu den größeren Betrieben. Da das Unternehmen schon lange schwerpunktmäßig auf nicht saugende Materialien produziert, ist UV-Technik quasi Standard. Seit Herbst 2008 produziert Weber Druck+Display auf einer Rapida 105 im Mittelformat, der Vorgänger-Generation der heutigen Hightech-Baureihe Rapida 106.
Spezialisiert ist Weber Druck auf Kunststoffe mit besonderen drucktechnischen Ansprüchen wie z.B. Polypropylen, Polystyrol oder Hart-PVC in unterschiedlichsten Stärken und mit verschiedensten Oberflächen. Die Auflagen bewegen sich von unter 100 (z.B. bei speziellen Dia-Drucken) bis zu 6 Millionen Einzelkarten bei Lentikular-Beilegern in auflagenstarken Zeitschriften. Im Durchschnitt werden analog zu vielen Akzidenzbetrieben Auflagen zwischen 1.000 und 2.000 Bogen produziert. „Besonders spannend sind außergewöhnliche Lentikular-Produkte“, meint Geschäftsführer Hans-Peter Weber. Am häufigsten würden einfache Wechselbild-Effekte gewünscht, interessanter seien aber in der Regel 3D-Bilder, Animationen oder Morphing-Effekte. Weber Druck+Display ist heute einer der größten Lentikulardrucker in Deutschland.
Auch wenn für die meisten Produkte das volle Druckformat von 74 x 105 cm benötigt wird, werden die dünneren Lentikularfolien häufig nur im kleineren Format gedruckt. Einerseits, um Materialverzug zu vermeiden, andererseits aufgrund des geringen Formats von vielen Lentikularprodukten. Für Lentikulardrucke im Format A1 werden hingegen eher Folien mit einer Stärke von 0,7 bzw. 0,8 mm verwendet. Zur Herstellung der verschiedenen Effekte wie Wechselbilder, Morphings oder Animationen liefern die Auftraggeber ein Basislayout. Für 3D-Bilder wird eine Photoshop-Datei benötigt, in denen die unterschiedlichen Elemente auf verschiedenen Ebenen abgelegt sind. Die weiteren Prozessschritte von der Prüfung der Daten auf Verwendbarkeit (Feinraster erfordern eine hohe Auflösung der Bilddateien) über den Aufbau, das Rendern bis hin zum Interlacen, dem Zerschneiden der Bilder für die jeweilige Linsenstärke, übernimmt die Vorstufe von Weber Druck+Display.
Lentikulare sind nur ein Segment der bedruckten Kunststoffe. Hinzu kommen Dia-Drucke für Zigarettenautomaten oder Eis-Tafeln, die Produktion von ganzen Displays oder Kunststoff-Einsätzen für Displays, Fußbodenklebern, Promotionsverpackungen, Deckenhängern und vieles mehr. Die ebenfalls bedruckten elektrostatisch geladenen Folien kommen im Guerilla-Marketing oder für Dekorationszwecke zum Einsatz. Sie haften auf verschiedensten Untergründen und lassen sich beschädigungsfrei entfernen. Auch die Dias für Zigarettenautomaten sind in der Herstellung sehr aufwändig: Es gibt zwar nur wenige Hersteller dieser Automaten, aber keine Norm. Folglich werden die Dias pro Auftrag in vielen verschiedenen Formaten gefertigt. (mehr)





